Am Freitag, dem 11. Februar, wird es wieder mal so weit sein. Die neue Staffel der Dschungel-Show "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" wird auf RTL gesendet. Noch härtere Proben für die Kandidatinnen und Kandidaten - noch fiesere Sprüche der beiden Moderatoren, Sonja Zietlow und Dirk Bach, verspricht der Privatsender.
Die Steigerung dieser Dosis ist wohl auf zweierlei zurückzuführen: Zum einen hatte es von den Hardcore-Fans bei der letzten Staffel - der zweiten - massive Kritik daran dagegen, daß im Gegenteil zum ersten Mal eine ganze Reihe von Mutproben weit weniger gefährlich und unangenehm für die Star-Probanten gewesen sei. So hatten einige bereits nach der dritten oder vierten Sendung das Interesse an der vermeintlichen Reality-Show verloren. So gilt es nun, diese für die aktuelle Staffel zurückzugewinnen. Der weitere Grund ist natürlich der allgemeine Drang, durch größere Sensationen auch ein größeres Presseecho zu erzielen. Und dieses Echo ermöglicht dann wiederum - bekannterweise - eine Steigerung des Publikums.
Ein Millionenpublikum für eine sehr zweifelhafte Sache. Denn hier geht es nicht um Gewinne, die mehr oder weniger künstlerisch oder intellektuell Begabte erkämpfen können. Nein, es geht geht einzig und allein darum, wer sich am meisten zum Hampelmann machen läßt, in Gläser mit Gewürm eintaucht, Maden lebendig ist und sich massenhaft Insekten über den Rücken kippen läßt. Ganz zur Frende eines vojoristischen Publikums und allein zu dem Zweck, daß Zietlow und Bach währenddessen über die Kandidaten Witze zwar deftiger, aber insgesamt doch recht dürftiger Art reißen können. Kein einziger Teilnehmer wird von der Dschungel-Show profitieren. Denn es gibt ja auch - wie bereits gesagt, nichts zu gewinnen.
Doch halt: Sind da nicht der Faktoren Aufmerksamkeit und Eigenwerbung? Schließlich flimmert man ja auch in einem der größten deutschen TV-Kanäle fast einen Monat regelmäßig über die Mattscheibe. So richtig dieses Argument ist, so fragwürdig ist es bei nährem Hinsehen. Denn die Sendung dürfte nur von einem Bruchteil der Fans der jeweiligen Stars tatsächlich verfolgt werden. Den Hardcore-Fans ist es dagegen vollkommen egal, wer dort im Dschungel aus welchen Gründen auch immer leidet. Hauptsache, es leidet jemand tatsächlich und richtig. Und dafür - für das Leiden - wird dann auch angerufen. Mit einer Bewunderung für künstlerisches oder gar intektuelle Fähigkeiten hat das dann aber so gut wie gar nichts zu tun. Und es tangiert das Gros der Zuschauer auch gar nicht.
Dann gibt es aber auch noch die 50.000 Euro pro Kandidaten / Kandidatin. Geld stinkt nicht, wußten schon die Römer. Und irgendwoher braucht man ja sein Kleingeld zum Leben. Aber entschädigt diese Summe Menschen, die eine bestimmte Öffentlichkeit weit dringend als andere brauchen, damit sie von dieser profitieren, dafür wirklich auf mittlere Sicht in ausreichendem Maße? Oder kann das, was hier im negativen Sinne durch das Dschungel-Camp geschieht, bei einem Künstler nicht viel gravierender sein, als das Entgegennehmen einiger grüner und violetter "Lappen"?
Was meint ihr? Würdet ihr als Künstlerin / Künstler an der Show teilnehmen? Und was kann man Eures Erachtens durch die Teilnahme bei "Ich bin ein Star ..." gewinnen und was verlieren? Ist dieses Risiko aus Eurer Sicht gerechtfertigt?
Liebe Grüße
niedergrund
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niedergrund | 07.01.2008 um 01:58 Uhr